Nach 30 Jahren bei der Caritas tritt Josef Wenda mit Ende Februar in die Altersteilzeit ein. Damit geht auch sein beruflicher Weg in der Caritas zu Ende.

Als Betriebsrat und langjähriger Vorsitzender des Betriebsrates Hilfe in Not hat er sich über viele Jahre hinweg aktiv für die Interessen der Mitarbeiter*innen stark gemacht und eingesetzt. Wir sagen DANKE und Servus, Josef!
Zum Abschied ein Porträt von Josef – dem Sozialarbeiter und Betriebsrat.
Josef Wenda – Der Sozialarbeiter
Josef Wenda begann seine Reise bei der Caritas bereits 1995 als Sozialarbeiter im Bahnhofsozialdienst (BSD). Ursprünglich hatte er seine berufliche Zukunft im Lehrberuf als Religions- und Geographielehrer gesehen, doch er besann sich rechtzeitig und entschloss sich, seinen Weg in der sozialen Arbeit fortzusetzen. Als Praktikant und später geringfügig angestellt, trat er in den Dienst des BSD. Hier begann seine Leidenschaft für die Arbeit mit Menschen.
Trotz seiner wachsenden Verantwortung im Betriebsrat – eine Funktion, die er 2003 übernahm und von 2006 bis 2021 als Betriebsratsvorsitzender ausübte – blieb Josef stets eng mit dem BSD-Team verbunden. Auch nach dem Ortswechsel vom Westbahnhof in die Nachfolgeeinrichtung P7 in der Pazmanitengasse im 2. Bezirk und später 2015 am neuen Standort Hauptbahnhof (WG10), blieb er als Sozialarbeiter tätig.
In all dieser Zeit verlor er nie den Bezug zur Klient*innenarbeit und zeigte stets großes Engagement für die Menschen, die er unterstützte. In Zeiten, wo Elternkarenz noch selten von Vätern geleistet wurde, ging Josef als Vorbild voran und war bei beiden Söhnen je 11 Monate in Elternkarenz.
Das Motto „Leben und leben lassen“ sowie der tiefe Glaube an Humor und Vertrauen prägen nicht nur seine Arbeit, sondern auch seine Persönlichkeit. In seiner Rolle als Sozialarbeiter hat er nie vergessen, was es bedeutet, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen – und das auf eine Weise, die sowohl Bodenständigkeit als auch ein hohes Maß an Empathie und Professionalität ausstrahlt. Fachliche Beratung, ein offenes Ohr und manchmal auch nur eine Tasse Kaffee, als überzeugter Teetrinker, gehören zu seinen Werkzeugen.
Er setzte sich dafür ein, die Lebenssituation der Klient*innen zu verbessern, dabei stets die Perspektive der Betroffenen zu respektieren und sie als Expert*innen ihrer eigenen Lebensgeschichte zu sehen. Dabei scheute er sich nicht, innerhalb des Teams auch unangenehme Positionen zu vertreten, wenn es notwendig war.
Das P7 ist ein großes Team und ließ Josef immer hautnah erleben, wie der Arbeitsalltag für Mitarbeiter*innen der Caritas aussieht. Neben seinem unermüdlichen Einsatz im direkten Klient*innenkontakt war Josef auch als Dienstplaner für das P7-Team eine tragende Säule. Die allseits bekannte Excel-Leidenschaft von Josef kam ihm und dem Team des P7 in vielen Lagen zu Gute. Mit seinem Excel-Talent und seiner Leidenschaft für Problemlösungen brachte er oft Klarheit ins Chaos des großen Teams.
Seine bemerkenswerte Fähigkeit, auch komplexe organisatorische Fragen mit einer gewissen Leichtigkeit und einem klaren Blick für die Lösung anzugehen, war für das Team von unschätzbarem Wert. Doch Josef Wenda ist nicht nur in der Arbeit technisch talentiert. Auch handwerklich ist er ein wahrer Allrounder, der stets dafür sorgt, dass „keine Schraube locker bleibt“. Seine Ruhe und Verlässlichkeit machen ihn zu einer festen Größe im Team.
Mit seiner wohltuenden Gelassenheit nimmt er den Druck aus schwierigen Situationen und sorgt so für ein harmonisches Miteinander. Stets ein offenes Ohr für seine Kolleg*innen, ist Josef jemand, der auch in schwierigen Momenten den richtigen Ton trifft. Ein erdendes Element, der in Krisensituationen immer Ruhe bewahrt. Jemand der positiv in die Zukunft blickt, immer im Glauben, dass alles gut wird. In fachlichen Diskussionen auch gerne mal in Opposition und Vertreter unpopulärer Aspekte, aber stets fair und offen für andere Perspektiven. Auf jeden Fall niemals nachtragend.
Ein Unikat, der im P7 Team schmerzlich vermisst werden wird. DANKE Josef!
von Anna Platzer (Sozialarbeiterin P7, Betriebsrätin Hilfe in Not)

Josef Wenda – Der Betriebsrat
Über 30 Jahre ist Josef bereits als Sozialarbeiter bei der Caritas Wien tätig. Die letzten 22 Jahre hat er den Betriebsrat der Caritas unterstützt, davon unglaubliche 15 Jahre als Vorsitzender des Betriebsrates Hilfe in Not. Mit Ende Februar startet Josefs Altersteilzeit.
Wir verabschieden uns mit einem großen DANKE von einem engagierten Kollegen und Betriebsrat, für den die Interessen der Mitarbeiter*innen immer Ausgangspunkt und Grundlage seiner Arbeit waren.
Am 1. April 1996 hat Josef in der Caritas als Sozialarbeiter beim Bahnhofsozialdienst begonnen. Nach einigen Jahren Erfahrung in der Caritas, es war 2003, beschloss er, den Betriebsrat Hilfe in Not aktiv zu unterstützen. Dieser war damals mit 8 Personen noch wesentlich kleiner als heute (derzeit 15 Betriebsrät*innen), da in der Caritas Wien und im Bereich Hilfe in Not weniger Mitarbeiter*innen beschäftigt waren.
Schon seit den ersten Tagen als Betriebsrat war es Josef wichtig, sich für die Anliegen und die Rechte seiner Kolleg*innen einzusetzen. Mit viel Spürsinn, Empathie und einem scharfen Verstand erkannte er immer rasch, wo der Schuh drückte, wo es wichtig war auf mögliche Belastungen zu schauen, Missstände zu erkennen und diesen kritisch entgegenzuwirken.
Durch seine Affinität für Zahlen und einem unglaublichen Talent im Umgang mit Excel konnte er in vielen Verhandlungen Verbesserungen für uns alle erreichen. Mit seiner ruhigen und empathischen Art hat er immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Mitarbeiter*innen und auch der Betriebsratskolleg*innen.
Als Betriebsrat und auch als Vorsitzender war es ihm ein großes Anliegen, dass Entscheidungen partizipativ und gemeinsam getroffen werden. Jede Meinung, jede Sichtweise hatte in unseren Sitzungen, Versammlungen und Klausuren Platz. Für eine tiefgehende Diskussion, in der sich jede*r einbringen konnte, musste immer Zeit sein.
Im Jahr 2021 entschied sich Josef den Betriebsratsvorsitz zurückzulegen und wieder ausschließlich als Sozialarbeiter zu arbeiten. Zum Glück blieb er dem Betriebsrat als einfaches Mitglied weiterhin mit seinem Wissen, seinem Erfahrungsschatz und seiner einnehmenden Art erhalten.
Josef, du wirst als Betriebsrat, Kollege und Freund fehlen! Wir wünschen dir für deinen neuen Lebensabschnitt viel Zufriedenheit, viele schöne glückliche Momente und viele Berge, die du noch erklimmen kannst. Bei der einen oder anderen Wanderung werden wir dich sicher begleiten.
von Nina Zechner (Betriebsratsvorsitzende Hilfe in Not)
Betriebsrat Josef in Zahlen…
Seit 2003 Betriebsrat. In diesen 22 Jahren hat Josef…
- 14 Kollektivverträge mitverhandelt und abgeschlossen
- Mind. 15 Betriebsvereinbarungen verhandelt
- 4 Betriebsratswahlen bestritten
- Einige Betriebsversammlungen und Teilbetriebsversammlungen durchgeführt
- 1 Warnstreik organisiert und Arbeitszeitverkürzung (mit-)erreicht
- 52 Ausgaben der bra gemeinsam mit anderen Betriebsrät*innen geschrieben und gestaltet
- Rund 60 sportliche Betriebsausflüge organsiert
- An etwa 170 Betriebsratssitzungen teilgenommen und sie geleitet
- 14 Betriebsratsklausuren organisiert
- Tausende Beratungen durchgeführt
- In unzähligen Konflikten vermittelt
- Nicht zuletzt Tausende Euro für Kolleg*innen erkämpft
- Viele, viele Verbesserungen für die Mitarbeiter*innen erwirkt

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